kaffee-freun.de > Kaffee ➜ Hier klicken! ✔ > Edelkaffee > Wird der Kopi Luwak verboten?

Wird der Kopi Luwak verboten?

0
Shares
Pinterest Google+

Geschätzte Lesezeit: 1 Minuten, 54 Sekunden

Es ist der erlesenste und teuerste Kaffee der Welt und stets eine sichere Einnahmequelle für die Kaffeebauern in Indonesien oder auf den Philippinen. Doch jetzt droht dem Edelkaffee ein Verbot durch die örtlichen Imame, die der Meinung sind, Kopi Luwak wäre ein unreines Erzeugnis. Nur 230 Kilogramm werden jährlich exportiert, doch bei einem Preis von bis zu 220 Euro pro Kilo ist es dennoch ein lohnendes Geschäft, auf das sich viele einheimische Erzeuger mittlerweile verlassen.



Bild: Kopi Luwak verboten | (cc) Original von Flickr User kadluba

Der „Katzenkaffee“ für Feinschmecker

Bevor der Kopi Luwak in den Kaffeevollautomaten gefüllt werden kann, hat er bereits eine kleine Odyssee hinter sich. Die Kaffeebohnen werden nämlich zunächst vom Fleckenmusang (das ist eine Schleichkatzenart, die in Indonesien sehr weit verbreitet ist) gefressen und später wieder ausgeschieden. Die Kaffeekirschen werden im Darm der Tiere fermentiert und nach dem Ausscheiden gelagert, gewaschen und anschließend geröstet, bevor sie letztendlich an Feinschmecker auf der ganzen Welt verschifft werden. Der Geschmack dieses Kaffees soll sehr vollmundig und etwas muffig sein – ohne bitteren Nachgeschmack. Der bekannte Schauspieler John Cleese (Monty Python) schwört auf den Kopi Luwak und beschreibt ihn als „erdig, modrig, mild, sirupgleich, gehaltvoll und mit Untertönen von Dschungel und Schokolade“.

Bild: Schleichkatze auf einem Ast | (cc) Original von Flickr User Joachim S. Müller
Dass die Kaffeekirschen den Verdauungstrakt der Schleichkatzen durchlaufen, stört die Feinschmecker wenig und die meisten von ihnen ignorieren sogar die Tatsache, dass es mittlerweile auch künstlich hergestellten Kopi Luwak gibt. Deutsche Wissenschaftler konnten bereits 1996 einige Enzyme im Verdauungstrakt der Schleichkatzen isolieren, aus denen sie eine synthetische Lösung herstellten, die den natürlichen Prozess nachbilden kann.
Einer der Gründe, warum der Kopi Luwak so viel kostet, ist der Umstand, dass nur ein Experte (unter dem Mikroskop oder anhand eines Aromaprofils) erkennen kann, ob die Kaffeebohnen tatsächlich den Darm einer Schleichkatze passiert haben.
In Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, berät der einflussreiche „Ulema Rat“ erneut darüber, ob der Kaffee im Sinne des Korans „unrein“ ist und von muslimischen Feinschmeckern überhaupt konsumiert werden darf. Die gängige Meinung zu diesem Thema ist, dass der Kaffee nach der Waschung wieder „halal“ (also rein und damit auch erlaubt) ist. Allerdings landet der Edelkaffee ohnehin eher selten in den Kaffeekännchen der Einheimischen. Es handelt sich eben mehr um ein Exportgut.

Kaffeegenuss durch Tierquälerei

Da das Geschäft mit dem Kopi Luwak schnelles Geld verspricht, werden vielerorts Fleckenmusangs in Legebatterie ähnlichen Haltungssystemen gefangen gehalten und so lange mit den Kaffeekirschen gefüttert, bis sie jämmerlich an den Folgen der Mangelernährung verenden. Tierschützer sind daher nur wenig von dem Edelkaffee begeistert und weisen immer wieder auf die schlimmen Zustände auf einigen Bauernhöfen hin.

Vorheriger Artikel

Heidelbeer-Pudding

Nächster Artikel

Hello Kitty Muffins