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Wilder Arabica-Kaffee schon in 70 Jahren ausgestorben

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Wilde Kaffeepflanze
Wilde Kaffeepflanzen könnten schon bald der Vergangenheit angehören | © Cornelia Pithart – Fotolia.com

Der Klimawandel bedroht auch die wilden Arabica-kaffeepflanzen, Trockenheit und Hitze sind für die wilden Kaffee nicht gut. Das berichten nun neuste Forschungsergebnisse. Aber nicht nur der wilde Kaffee ist bedroht, auch andere Sorten sind gefährdet.

Dresden – Der wilde Kaffee könnte noch in diesem Jahrhundert aussterben, der Mensch und der von Ihm verursachte  Klimawandel, wird für dieses Desaster verantwortlich sein. Das haben britische und äthiopische Forscher herausgefunden, nachdem sie die Verbreitungskarten mit zukünftigen Klimamodellen verglichen haben. Das Resultat ist, der Lebensraum für die wilden Kaffeepflanzen, verkleinert sich rapide. Die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Klimawandel nicht nur zu mehr Naturkatastrophen führt, sondern uns noch, eine sehr liebgewordene Nutzpflanze raubt.

Wenn wir Glück haben könnten vielleicht noch 35 % der natürlichen Biotope für die wilde Kaffeepflanze erhalten bleiben, sollte es jedoch wie bisher weiter in diesem tempo vor ran gehen könnten aber auch 100 % der Flächen nicht mehr für den wilde Coffea Arabica geeignet sein. Das würde bedeuten, dass diese Kaffeepflanze aussterben wird.

Der Klimawandel hat aber auch Auswirkungen auf die kommerziellen Kaffeepflanzen, berichten die Wissenschaftler um Aaron Davis von den Royal Botanic Gardens in Kew im Fachmagazin „PLoS One“. Die angebauten Kaffeepflanzen seien genetisch stark verarmt. Die Wildstämme werden daher noch als genetisches Reservoir benötigt, um den Kaffee durch Einkreuzungen gegen Schädlinge, Krankheiten oder auch Umweltveränderungen schützen zu können. Gut 70 % beträgt der Anteil der Sorte Coffea arabica an der weltweiten Kaffeeproduktion.

So sind die Forscher dem Kaffeeausterben auf die Schliche gekommen

Als erstes haben die Wissenschaftler kartiert, wo der wilde Kaffee überall auf der Welt wächst. Im zweiten Schritt wurden die Klimadaten der Zukunft für diese Gebiete in einer Klimasimulation errechnet. Der wilde Arabica-Kaffee ist sehr sensibel. Die Umweltfaktoren müssen stimmen, er wächst nur bei optimalen Temperaturen und Regenmengen.

Die Grundlage für die Klimasimulation waren drei Szenarien des Weltklimarats IPCC, in denen jeweils unterschiedlich hohe Treibhausgas-Emissionen angenommen werden. Als Zeitstufen setzten die Forscher 2020, 2050 und 2080 an.

Bei jedem Szenario nahm die Anzahl und Verbreitung Populationen vom wilden Arabica deutlich ab. Im Günstigen Fall bei nur einer gemäßigten Klimaerwärmung von 3,8°C bis 2100 aus, blieben noch 35 % geeignete Standorte bis 2080. Wenn es mit einer Erwärmung von 6,4 °C bis 2100 weitergeht blieben gerade noch 0,3 % der gebiete erhalten, das ist das Aus für den wilden Kaffee.

Der Klimawandel könnt noch härter ausfallen

Dabei könnte der Klimawandel für die wilden Arabaica-Pflanzen noch härter ausfallen. Schon 2020 wird beispielsweise im Südsudan es keine wilden Kaffeepflanzen mehr geben. Die Forscher besuchten diese Region im April 2012 und bereits erste Vorboten der Entwicklung ausgemacht: Es gebe kaum neue Keimlinge und viele Kaffeepflanzen seien krank oder schon ausgestorben, schreiben sie. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass für viele Kaffeekonzerne es sehr schwieriger sein wird, Kaffee kommerziell anzubauen. Denn auch wenn die Bewässerung und Nährstoffversorgung optimal auf de Kaffeeplantagen gewährleistet ist, so wird die erhöhte Temperatur den Anbau von Arabcia-Kaffee erschweren, bzw. unmöglich machen. Die Konzerne werden quasi gezwungen sein, immer mehr Robusta-Sorten zu verwenden, da diese Sorten deutlich wärmeunempfindlicher sind. In Zukunft könnte der der Hinweis auf  „100 % Robusta-Kaffee“ als scheinbares Gütesiegel auf den Verpackungen prangern.

Die Wissenschaftler wollte jedoch mit ihrer Studie keine Weltuntergangsstimmung heraufbeschwören, sondern die Allgemeinheit wachrütteln, damit sie sich auf die künftigen Änderungen einstellen kann und Schutzmaßnahmen planen kann.

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