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Warum ein Kaffeevollautomat nie die beste Lösung ist

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Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 44 Sekunden

JURA Kaffeevollautomat 2
JURA Kaffeevollautomat 2

Als Kaffeeblogger habe ich viele Arten der Zubereitung für Kaffeegetränke getestet. Die Zubereitung in einem Kaffeevollautomat gehört auch mit dazu. Anfangs war ich noch von der Technik voll begeistert, aber mit den Jahren habe ich etwas für mich bessere Alternativen entdeckt.

Aber fangen wir zunächst von Anfang an. Bevor ich zum Kaffeeblogger wurde, habe ich meine Kaffee wie wahrscheinlich die meisten von euch auch meine Kaffee mit einer ordinären Filterkaffeemaschine gekocht. Erst als mein Interesse durch Latte Art Blogpostings im Netz wurde mein Interesse für Kaffee so richtig geweckt.  Ich beschäftigte mich also mit den Kaffee an sich und wollte ebenso wie diese Latte Art Künstler auch, spektakuläre Latte Art schaffen.  Damit ich hier weiterkam war also eine ganz andere Kaffeemaschine notwendig, denn irgendwoher brauchte ich ja dann auch den Milchschaum.

Ein Kaffeevollautomat musste also her. Ich habe mir dann online einen bestellt. Leider war mir damals nicht bewusst, wie groß die Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Kaffeevollautomaten sein können. Denn jeder wirbt mit Latte Macchiato und die feinsten Kaffeekreationen per einfachen Knopfdruck.

Erstes Argument das gegen einen Kaffeevollautomaten spricht

Mein erster Kaffeevollautomat war von Clatronic und hatte bewegte sich dann auch im unter 500 € Preissegment. Liebevoll nannten wir sie Clara. Clara war jedoch sehr eigensinnig und bestand darauf regelmäßig gesäubert zu werden. Wer noch nie einen Kaffeevollautomaten besessen hat sollte den Reinigungsaufwand nicht unterschätzen. Kaffee schnell zubereitet, ist primär ein Werbeversprechen und wird nur in der ersten Woche eingehalten. Als Newbie haben wir das natürlich auch nicht bedacht und wunderten uns, dass Clara ein Eigenleben entwickelt, dass unseren Kaffee ungenießbar machte. Erst nach aufwendigen Reinigungen, die meist über eine Stunde dauerten konnten wir unsere Kaffee wieder genießen.  Wenn Du Dir also überlegst einen Kaffeevollautomaten zu kaufen, bedenke immer auch den Reinigungsaufwand mit, der mit der Nutzung eines Kaffeevollautomatens einhergeht. Lasse dich nicht von den tollen neuen Funktionen aus der Werbung blenden, sondern frage immer auch einen Fachmann nach den Reinigungsaufwand.

Zweites Argument gegen Kaffeevollautomaten

Clatronic Kaffeevollautomat
Unsere alte Clara

Unsere Clara war nicht gerade eine leise Vertreterin ihrer Art.  Günstige Kaffeevollautomaten haben miest noch eine unerwartete Zusatzfunktion, nämlich die eines Weckers oder Alarmanlage. 🙂 Der Sound von der integrierten Kaffeemühle ist nicht jedermanns Geschmack und kann gerade am Morgen echt nervtötend sein. Wer seinen Partner oder Partnerin am Morgen mit einem duftenden Latte Macchiato wecken möchte, wird gute Chancen haben schön bei der Zubereitung seine Mitbewohnerin aus dem Land der Träume zu holen.  Wer auf derartige Wegeräusche steht, sollte sich am besten gleich einen Kaffeevollautomaten mit Zeitschaltuhr kaufen. Wer es lieber still mag sollte daher lieber etwas tiefer in den Geldbeutel greifen und  sich einen Kaffeevollautomaten mit einem hochwertigen Mahlwerk und einem guten schallisolierenden Gehäuse umschauen, auch hier kann ein Fachberater weiterhelfen.

Drittes Argument: brauchbare Vollautomaten sind kostspielig

Mein drittes Argument gegen Kaffeevollautomaten ist, der Kosten-/Nutzenfaktor. Erst ab einer bestimmten Qualität, die natürlich auch ihren Preis hat, sind Kaffeevollautomaten meines Erachtens zu ertragen. Nicht jeder hat aber das nötige Kleingeld für einen modernen Vollautomaten. Der größte Nutzen dieser Geräte liegt in der schnellen Zubereitung von Heißgetränken und erst ab einer regelmäßigen Nutzung lohnt sich ein Vollautomat auch.  Zum Beispiel im Büro, wo ziemlich jeder zwischendurch sich einen Kaffee ziehen möchte, kann diese der Fall sein. Diese „Business-Kaffeevollautomaten“ fangen preislich jedoch erst so bei ca. 3000 € an.  Mal angenommen ich als kleiner Privatnutzer würde mir so ein Gerät für mich alleine kaufen, erst nach ca.  8 Jahren Nutzungsdauer würde sich so eine Maschine lohnen und auch nur dann, wenn ich jeden Tag mindestens einen Kaffee damit zubereiten würde. Hinzu kommen dann noch Kosten für die Pflege und Wartung eines Kaffeevollautomatens.

Viertes Argument: Keine Großemengen auf einmal möglich

Wer schon mal versucht hat eine größere Geburtstagsfeier nur mit einen Kaffeevollautomaten als Kaffeequelle zu wuppen, weiß wie unpraktisch ein Kaffeevollautomat hier sein kann. Wenn man z. B. mit mehr als 2 Personen ein Kaffeekränzchen halten möchte, muss man warten bis der vierte oder fünfte Kaffee separate zubereitet wurde.  Vom zusätzlichen Lärm hatte ich ja oben schon beriechtet.  Deswegen kochen wir bei Feierlichkeiten unseren Kaffee nur noch mit der Filterkaffeemaschine, das ist leiser und mehrere Personen bekommen gleichzeitig ihren Kaffee.

Alternativen zum Kaffeevollautomaten

Ich möchte hier nicht nur sinnlos meckern und euch ohne Alternativen gehen lassen.  Nach alle den Jahren des Testens, bereite ich immer noch sehr gerne meine Kaffee mit der Stempelkanne zu. Man braucht lediglich heißes Wasser und Kaffeepulver. Die Zubereitungsart funktioniert auch bei Stromausfall oder beim Camping sehr gut, wenn man ein Lagerfeuer und eine Handkaffeemühle hat.

Auch der Handfilter aus Porzellan kann eine sehr gute Alternative zum Kaffeevollautomat sein. Hier wird lediglich noch zusätzlich Filterpapier benötigt. Die Kaffeefiltration ist übrigens die beste Methode um den stärksten Kaffee zubereiten. Beide Alternativen sind deutlich günstiger und meiner Meinung nach auch umweltschonender.  Der Geschmack kann locker mit den von Kaffee aus dem Kaffeevollautomaten mit halten.

Fazit

Nicht jeder braucht einen Kaffeevollautomaten, häufig sind andere Zubereitungsarten viel effektiver  und günstiger. Aber für manche Anwendungsfälle habn Kaffeevollautomaten ihre Berechtigung, auf der Arbeit im Büro zum Beispiel.

 

 

 

 

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