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Tag des Kaffees: Ohne H2O kein C8H10N4O2

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Was haben 140 Liter Wasser mit einer Tasse Kaffee zu tun?

Koffein
Koffein Strukturformel
  • UTZ Certified veröffentlicht die Ergebnisse eines Pilot-Projektes zur Aufbereitung von Kaffee-Abwasser
  • Erfolge nach vier Jahren in Lateinamerika: Schutz der Wasserreserven und Energiegewinnung
Amsterdam/ Berlin, 27. August 2014. Zum neunten Mal ruft der Deutsche Kaffeeverband den „Tag des Kaffees“ aus. In diesem Jahr findet er am 6. September statt. Zu diesem Anlass stellt das Nachhaltigkeitssiegel UTZ Certified nach vier Jahren Laufzeit die Ergebnisse eines Pilot-Projektes in Lateinamerika vor. Dabei zeigt sich, dass die Aufbereitung von Abwasser aus Kaffeemühlen mithilft, die natürlichen Wasserreservoirs zu schonen und sich das Abwasser darüber hinaus zur Energiegewinnung eignet. 

Kein sauberes Wasser, kein Kaffee

Lateinamerika ist mit einem Anteil von 70 Prozent der größte Kaffeeproduzent der Welt. Gleichzeitig finden sich vom Rio Grande bis Feuerland rund ein Drittel aller Wasserreserven der Erde. Ein Zusammenhang, der sich schnell erschließt: Die Produktion einer Tasse Kaffee verbraucht 140 Liter Wasser. Durch den Einsatz von Nassschrotmühlen, in denen die Kaffeebohnen vor dem Verkauf gewaschen werden, fallen große Mengen Abwasser an. Dieses Abwasser wird oftmals ungefiltert in Flüsse und Seen abgeleitet – in Lateinamerika liegt der Anteil bei 70 Prozent.
Es beinhaltet organische Abfälle und Gifte, die zu gesundheitlichen Risiken und Umweltschäden führen. Von den Auswirkungen sind neben dem Menschen auch die Pflanzenwelt, die Böden sowie die unter Wasser lebenden Artengemeinschaften betroffen. Außerdem setzt das Kaffee-Abwasser Methan frei.

Nachhaltigkeit heißt Wasseraufbereitung

„Die Produktion von Kaffee ist nur dann ökologisch nachhaltig, wenn die Ressource Wasser effizient genutzt wird. Dazu gehört, dass das Abwasser aufbereitet wird“ sagt Han de Groot, Geschäftsführer von UTZ Certified. Er erklärt weiter: „Das Ökosystem schafft es nicht, die großen Mengen an verunreinigtem Wasser aus eigener Kraft zu reinigen.“ Aus diesem Grund startete UTZ Certified im Jahr 2010 in Lateinamerika ein Pilot-Projekt zur Wiederaufbereitung von Kaffee-Abwasser. Insgesamt 19 Farmen in Nicaragua, Honduras und Guatemala, vom Kleinbauern bis zur Kaffeeplantage oder Kooperative, nahmen an dem Projekt teil. Sie installierten mit Unterstützung von UTZ eine Wasser-Aufbereitungsanlage, die den Wasserverbrauch um die Hälfte senkte.
Frau kocht mit Biogas
Foto: Eine Frau kocht mit Biogas | UTZ
Das System beinhaltet außerdem einen Bio-Reaktor, mit dessen Hilfe Methan in Biogas umgewandelt wird und so für den Betrieb der Nassschrotmühlen oder Haushaltsgeräten wiederverwendet werden kann. Die Drosslung der Wassermenge sowie die Reinigung und Umwandlung des Abwassers in nützliche Energie führen außerdem zur Reduzierung des umweltschädlichen Methans und sind damit ein wichtiger Schritt zur Eindämmung des Klimawandels.

Schulterschluss mit den wichtigsten Anbauländern

Auf lange Sicht wird das Problem der Abwasser-Aufbereitung nicht lokal begrenzt bleiben. Die steigende Nachfrage nach Kaffee zieht eine immer größere Menge an unbehandeltem Kaffee-Abwasser nach sich. Gleichzeitig steigt durch die wachsende Weltbevölkerung der Bedarf an sauberem Wasser. UTZ Certified tritt darum dafür ein, dass der Schutz der natürlichen Wasserreserven zwingend Bestandteil des nachhaltigen Kaffeeanbaus ist. Im Moment wird das Projekt zur Aufbereitung des Kaffee-Abwassers in Peru und Brasilien implementiert. UTZ hofft, in Kürze über die nötigen Gelder zu verfügen, um das Projekt auch in Afrika und Asien umzusetzen.
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