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So wächst die Kaffeekirsche mit ihrem Steinkern

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Heute erkläre ich wie die Kaffeekirsche aufgebaut ist und wie ihre Steinkern beschaffen ist. Auch auf Ausnahmen werde ich eingehen.

Die reife Kaffeekirsche hat außen eine feste, glänzende Schale, welche ein weiches, weiß-gelbliches, zuckerhaltiges Fruchtfleisch, umschließt. In Fachkreisen nennt man sie Pulpe. In der Kaffeekirsche befinden sich normalerweise zwei Samenkerne, die Rohkaffeebohnen. Als Botaniker würde man sie korrekterweise Steinkerne nennen. Denn der Samen der Kaffeepflanze ist botanisch gesehen keine Bohne, sondern ist Teil der Kaffeekirschen Steinfrüchte mit gewöhnlich zwei Steinkernen.

Der Aufbau einer Kaffeekirsche
Foto: Der Aufbau einer Kaffeekirsche

Die flachen Innenseiten dieser Bohnen liegen aneinander gepresst mitten in der Kaffeekirsche. Auf diesen flachen Seiten erkennt man die Keimfrucht. Der Fachmann nennt dies den Schnitt. Alle Bohnen werden von einer dünnen, fest anhaftenden Schale geschützt, dem Silberhäutchen. Ausserdem ist jede Bohne mit einer locker aufsitzenden, dünnen, blass gelben Hülle, der Pergamenthaut, umgeben. Sie dient der Bohne als Nährdepot für den dünnen, gekrümmten Keimling, welcher am unteren, dem Fruchtstiel zugewandten Ende der Bohne sitzt.

Natürliche Abweichungen der Kaffeekirsche

Ausnahmen bestätigen die Regel heißt es, denn nicht immer wachsen in den Früchten zwei Kaffeebohnen. Besonders an Zweigenden oder an überalterten Sträuchern findet man einsamige Kirschen, aus denen die sogenannten Perlbohnen kommen, die wegen ihres angeblichen Aromareichtums sehr begehrt sind. Tchibo bietet Perlbohnen im Angebot an, die ich getestet habe.
Diese Perlbohnen haben die Vorzüge von Hochlandbohnen, also ein festverschlossenen Schnitt, der eine zu frühe Durchröstung verhindert. Auf Grund der fehlenden Gegenbohne, wölbt sich die Bohne auch auf der Schnittseite und wird im besten Falle rund. Sie sieht dann aus wie eine Perle, daher der Name. Gelegentlich entstehen auch anomale Gebilde, indem zwei Bohnen miteinander verwachsen sind. Der Handel nennt diese „Elefantenohren“, weil sie, sofern sie sich trennen lassen, das Aussehen von Elefantenohren tatsächlich haben. Noch seltener sind drei- vier, fünf oder sechssamige Kaffeekirschen. Sie werden auch „Triangulos“ genannt, weil sie annähernd dreieckig geformt sind. Die Formanomalien haben keinen Einfluss auf die Geschmacksqualität, auch wenn bei der Rohkaffeeprüfung solche Bohnen als „Fehlbohnen“ registriert werden.

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