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Kaffepads und Kaffeekapseln – teure Zeitsparer

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Kaffeepad für Senseo
Foto: Kaffeepad für Senseo

Praktisch sind sie ja, die Kaffeepads und –kapseln, mit denen sich heute fast jede Art von Kaffee zubereiten lässt. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Kaffee stilvoll aber mühsam mit der Hand aufgebrüht wurde und auch die altbewährten Kaffeemaschinen sind selten geworden. Statt „ganz normalem“ Kaffee bieten moderne Pad- und Kapselmaschinen die Möglichkeit, Kaffee in sämtlichen Variationen zu kreieren. Praktisch und schnell – aber auch umweltfreundlich und gesund?

Deutschland ist Kaffeeland

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr durchschnittlich fast 150 Liter Kaffee konsumiert. Um das beliebte Heißgetränk zu brühen, wurden 402.000 Röstkaffee verbraucht, hinzu kommt eine Menge von 12.800 Tonnen löslichem Kaffee (Stand 2012), Tendenz steigend. Ebenfalls steigt die Verwendung von Kaffeekapseln und Kaffeepads an. Immer öfter wird Kaffee nach dem Motto „Je unkomplizierter, umso besser!“ zubereitet. Sechs Milliarden Dollar Umsatz weltweit wurden im Jahr 2012 mit dem Verkauf des sogenannten Portionskaffees umgesetzt (Quelle: Euromonitor International).

Was Portionskaffee mit Nachhaltigkeit zu tun hat

Absolut gar nichts. Denn die Nutzung der Kaffeekapseln aus Alu sorgt für jede Menge Müll, hinzukommt, dass Aluminium bereits bei der Herstellung einen hohen Einsatz an Energie benötigt. Für die Aluminiumgewinnung muss Bauxit gewonnen werden, dazu wiederum werden Regenwälder abgeholzt und lange gewachsene Ökosysteme zerstört. Bei der Herstellung von Aluminiumoxid wird giftiger Rotschlamm frei, der wiederum deponiert werden muss. Da nützt es auch nicht mehr allzu viel, dass Aluminium gut recycelt werden kann.

Ein wenig freundlicher sieht die Bilanz bei Kaffeepads aus, denn die dürfen samt Verpackung in den Bio-Müll. Ideal ist dies allerdings auch nicht, da der Anteil der Verpackung im Verhältnis zum enthaltenen Kaffee deutlich höher ist als bei der Kompostierung herkömmlicher Filtertüten.

Zeit sparen mit Kaffeepads und –kapseln zu einem hohen Preis!

Was den wenigsten Nutzern von Kaffeekapsel- und Kaffeepadmaschinen klar ist: der Portionskaffee kommt sie teuer zu stehen. Rechnet man die Kosten um, kommt man auf einen Preis von mindestens 60 Euro pro Kilogramm Kaffee. Da nutzt es wenig, dass die passenden Kaffeemaschinen im Vergleich zu Kaffeevollautomaten unschlagbar günstig sind. Durch die hohen Folgekosten die bei der Benutzung entstehen, wird der günstige Preis von den Herstellern schnell wieder wettgemacht. Denn meist hat jede dieser Kaffeemaschinen ein anderes System, zu dem nur die eigens hergestellten Pads und Kapseln passen. Geschummelt wird außerdem gern, so wird zum Beispiel klammheimlich die Füllmenge an Kaffee in den Pads reduziert und zwar nicht zu knapp.

Was ist drin in den Kaffeeportionen

Die Vielfalt an Kaffeevarianten, die durch unterschiedlichen Kaffeepads und –kapseln möglich werden, erfordert unterschiedliche Rezepturen und chemische Winkelzüge. Liest man die Zutatenliste, wird schnell klar, dass längst nicht nur Kaffee in den Pads steckt: gehärtete Pflanzenfette, Zucker, Glukosesirup, künstliche Aromen und andere synthetische oder ungesunde Substanzen machen einen Großteil der Zutaten aus.

Wer beim Einkauf von Waren auf Nachhaltigkeit Wert legt, für den kommen Kaffeekapseln oder Kaffepads nicht in Frage. Doch auch für jeden, der beim Konsum auf ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis und seine Gesundheit achten will, sind diese Produkte auf keinen Fall die erste Wahl. Denn selbst wenn es Pads und Kapseln bereits mit Biokaffee befüllt gibt: Mit der Umweltfreundlichkeit und dem günstigen Preis, der bei der herkömmlichen Kaffeezubereitung anfällt, hält Portionskaffee auf keinen Fall Schritt.

 

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