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Interview mit Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate

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Das Interview mit Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate ist der Auftakt zu einer Serie weiterer Interviews, mit Personen aus der Kaffee- und Kochbloggerszene.

Interview mit Dr. Steffen Schwarz von Coffee Consulate Foto: Dr. Steffen Schwarz Geschäftsführer von Coffee Consulate

Kaffee-Freunde: Als Geschäftsführer von Coffee Consulate können sie unseren Lesern sicherlich erklären, wofür ihr Unternehmen steht. Welche Produkte bzw. Dienstleistung zum Kaffee kann man bei Coffee Consulate erwarten?

Dr. Steffen Schwarz: Wir bieten Schulungen, Informationen und Forschung rund um das Thema Kaffee. Coffee Consulate arbeitet hierbei auf naturwissenschaftlicher Grundlage und bildet alle Produktions- und Verarbeitungswege des Kaffee ab, von der Plantage bis in die Tasse. So können Workshopteilnehmer in verschiedenen Workshops ihr Wissen in allen Kaffeethemen untermauern.

Kaffee-Freunde: Seit wann engagieren Sie sich für den Kaffee, wie ist ihr Interesse zum Kaffee geweckt worden?

Dr. Steffen Schwarz: 1995 durfte ich mein erstes Kaffeeprojekt begleiten. Seit dieser Zeit lässt mich die Begeisterung für das „Braune Gold“ nicht mehr los. Kaffee ist sicherlich eines der komplexesten Themen aus der Ernährungswirtschaft und genießt immer noch die geringste Wahrnehmung. Es ist an der Zeit dem Kaffee auf gleicher Weise wie Wein oder Whisky zu begegnen.

Kaffee-Freunde: Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Kaffee ein sehr guter Kaffee wird?

Dr. Steffen Schwarz: Alle. Nur wenn unter idealen Bedingungen Kaffee angebaut und verarbeitet wird, ebenso sorgsam der Export- und Lagerprozeß durchgeführt wird besteht die Grundlage für einen wirklich exzellenten Kaffee. Im Anschluß muß der Röster mit seiner Fertigkeit und dem genauen Wissen über diesen Kaffee und seine Aufbreitung das richtige Röstprofil wählen und den Kaffee weiter veredeln. Bei idealer Reife muß nun Kaffee zubereitet werden, mit auf das Wasser, Temperatur und die Zubereitungsart abgestimmter Mahlung und Menge. Gar nicht so einfach – wie man sieht.

Kaffee-Freunde: Mit welchen Argumenten würden Sie Kaffeeskeptiker vom Kaffee als Genussmittel überzeugen?

Dr. Steffen Schwarz: Mit einer Tasse exzellenten Kaffee aus einer Karlsbader Kanne.

Kaffee-Freunde: Gibt es eine Kaffeesorte, die sie besonders gerne mögen, und wenn ja warum?

Dr. Steffen Schwarz: Mir gefällt das Wort „Sorte“ nicht, weil es das wissenschaftlich nicht gibt. Ich möchte mich weder auf eine Art noch eine Varietät festlegen – wie auch beim Wein ändert sich das im Verlauf eines Jahres und im Verlauf eines Tages sowie der bestehenden Begleitumstände, z.B. dem Essen. Gegenwärtig trinke ich gerne einen Indischen CxR, fully washed in hellerer Röstung als Café Crème oder aus der Karlsbader Kanne. Für Espresso gerne auch den CxR, aber in dunklerer Röstung oder einen Catuaí vermelho, pulped natural in dunkler Röstung – gerne den Jahrgänge 2010 – weil es damals unglaubliche „Late Harvest“ mit Edelfäule gab, die eine wirklich einzigartige Süße und Balance aufbauen.

Und sollte mit „Sorte“ eine „Marke“ genannt sein, muß jeder nach eigenem Geschmack entscheiden und sich einfach einmal durchprobieren. Diese Arbeit kann einem niemand abnehmen.

Kaffee-Freunde: Auf was sollte man beim Kaffeekauf achten, wenn man einen besonders guten Kaffee kaufen möchte?

Dr. Steffen Schwarz: Auf die Qualität und nicht auf den Preis – wobei nicht die teuersten die besten sein müssen. Der Übergang zum reinen Marketing à la „Jamaica Blue Mountain“ ist hier eher kontraproduktiv. Man sollte auf jeden Fall Kaffee kaufen, dessen Inhalt man kennt – also die Art, die Varietät und die Aufbereitung. Und das zeichnen bislang die wenigsten aus. Ebenso wie die Mischung. Sie ist kein „schützenswertes“ Geheimnis. Das Röstprofil ist viel relevanter und der Verbraucher hat ein recht zu wissen, was er oder sie trinkt. Beim wein würde auch niemand „Stern von Europa“ kaufen, wenn nicht bekannt ist, ob es sich um einen Weißwein oder Rotwein und um welche Varietäten und welche Aufbereitung es sich handelt.

Kaffee-Freunde: Wir bedanken uns für das Interview und wünschen Ihnen noch viel Erfolg mit Coffee Consulate.

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