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Grüne Bohnen drei mal zubereitet – ein Vergleich

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Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten, 17 Sekunden

Ich fühle mich wie in jener Zeit, als ich das erste Mal Oliven probierte. Lange habe ich die kleinen grünen Früchte betrachtet, andere dabei beobachtet, wie sie sie genüsslich im Mund verschwinden lassen und mir dabei vorgestellt, wie sie wohl schmecken. Heute liebe ich sie in allen Formen, Farben und Zubereitungen.

Grüne Kaffeebohnen ZubereitungJetzt sitze ich in meiner Küche und betrachte diese kleinen grünen Dinger, die lustig in meinem Kochtopf tanzen. Ein unbekannter und so gar nicht an Kaffee erinnernder Duft breitet sich aus. Anders als bei den Oliven habe ich diesmal nicht das Fünckchen einer Idee, wie der Sud aus den über Nacht eingeweichten, nun für 15 Minuten kochenden grünen Kaffeebohnen schmecken wird.

Grünen Kaffee zubereiten

Ich nehme den Topf vom Herd und staune: der Sud ist kaum grün sondern braun wie zu dünn aufgebrühter Filterkaffee. Doch was mich am meisten fasziniert: die deutlich aufgequollenen Bohnen haben über Nacht im Wasser zu sprießen begonnen. Ein Hinweis darauf, dass grüner Kaffee tatsächlich reichhaltiger und gesünder ist als gerösteter? Steckt hier noch die ganze Kraft der Bohne drin?

Aufgrund des hohen Anteils an Chlorogensäure, der in der grünen Bohne noch vorhanden ist, hat sich in den letzten Monaten ein regelrechter Hype um grünen Kaffee entwickelt. Studien geben Hinweise darauf, dass grüner Kaffee beim Abnehmen hilft und dank seiner vielen Antioxidantien das Immunsystem auf Trapp hält. Während ich einiges zu der Frage lese, ob grüner Kaffee als Wunderdiät wirkt, frage ich mich: schmeckt er auch? Wird es mir wie mit den Oliven gehen und ich werde ein regelrechter Fan grünen Kaffees oder bleibt es beim Geschmacks-Experiment?

Während die aufgekochten Bohnen für eine Stunde abkühlen widme ich mich der Beschreibung der Kenia Josra Bohnen, die ich aus – natürlich – fairem und nachhaltigem Handel bezogen habe. Die Aromen dieser vielfältigen Gourmet-Bohne werden mit Johannisbeere, Schokolade und Wein beschrieben. Ich bin gespannt…

Nachdem der aufgekochte Sud abgekühlt ist, filtere ich ihn in ein Glas und füge dem Konzentrat kochendes Wasser hinzu. Vorsichtig wagen meine Lippen sich an den Glasrand vor, während mein Geruchssinn eine Vielfallt von Gerüchen empfängt. Es fällt mir schwer, sie zu beschreiben. Irgendwie „pflanzlich“, mild mit einer leichten Säure. Ein vorsichtiger Schluck trifft auf meine Zuge und erinnert mehr an Tee denn an Kaffee. Das passt auch zu dem Tipp, das Getränk mit Kardamom, Ingwer und Honig zu verfeinern. Schokolade kann ich jedoch nur mit viel gutem Willen herausschmecken.

Grünen Kaffee selber Rösten

Grüne Kaffeebohnen röstenVielleicht entfalten sich Schokolade und Johannisbeere, wenn die Bohnen geröstet sind? Und, kann ich das auch selber zu Hause machen?

Ich heize den Backofen auf ca 190Grad vor und lege eine Schicht Bohnen aufs Backblech. Erstaunlich schnell verändern die Bohnen in der Hitze ihre Farbe. Zunächst orange und dann immer brauner bis sie fast schwarz sind und eine ölige Schicht entwickeln. Nach 5 Minuten beginnen die ersten Bohnen zu knacken und nach 10 Minuten nimmt das Knackkonzert deutlich zu. Ich röste die Bohnen noch weitere 10 Minuten und lasse sie dann abkühlen. Es heißt, dass sie ihr volles Aroma erst nach 1-3 Tagen Ruhezeit entfalten. Ich verstaue die frisch gerösteten, duftenden Bohnen gut verpackt in meinem Schrank und widme mich dem nächsten Experiment mit grünem Kaffee.

Grüner Kaffee Smoothie

Grüner Kaffee SmoothieHier kommen gleich zwei Trends zusammen. Während der grüne Kaffee zwar gesund ist, mich aber geschmacklich nicht ganz überzeugen konnte, vereint der grüne Smoothie beides: er ist gesund und schmeckt obendrein fruchtig und erfrischend.

Und so bin ich doppelt neugierig, als ich entdecke, dass es im breiten Sortiment für Grüne Smoothies von Gerstengras bis Spinat auch ein Konzentrat aus grünem Kaffee gibt. Zwei Teelöffel davon in den Smoothie eingerührt, zaubern ein wahrhaftes Powergetränk, das nicht nur gesund ist sondern dank des Koffeins auch wach macht. Ein perfekter Starter in den Tag oder Kick für die Jogging-Runde.

Da grüner Kaffee schon einen recht hohen Säuregehalt hat, entscheide ich mich für eine Kombination aus Banane, Blaubeere, grünem Kaffee-Konzentrat und einer Prise Kardamom. Ein erfrischender Kick!

…am nächsten Tag mahle ich die selbst gerösteten Bohnen, gebe sie in meinen Espressokocher und bereite mir eine schöne Latte Macchiato. Ich finde: sie schmeckt! Doch kann im heimischen Backofen gerösteter Kaffee qualitativ in der Liga professionell gerösteter Kaffees mitspielen? Hier vernebelt mir wohl gerade die Nostalgie des „selbst gemacht“ die etwas Sinne und unterdrückt den leicht bitteren Beigeschmack.

Fazit

Wer auf  gesunde und mühelose Weise ein paar Pfunde verlieren möchte, kann in der grünen Bohne ein geschmacklich akzeptables Mittel finden. Genießer greifen lieber weiterhin zur schonend gerösteten Kaffeebohne.

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