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Die Gattung Coffea

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Laut der Kaffeeverordnung in Deutschland  sind Rohkaffeebohnen als die von den Frucht- und Samenschalen befreiten, ungerösteten Samen der Pflanzen der Gattung Coffea. Die Gattung Coffea gehört zu der Pflanzenfamilie der Rötegewächse (Rubiazeen)  und wird  in fünf Gruppen unter­teilt. Von über 6000 Arten werden  nur einige Arten und Varietäten der Gruppe Encoffea  für den Anbau genutzt.

Wirtschaftliche Bedeutung haben nur die zwei Arten Coffea

Coffea arabica mit den Varietäten Typica, Gelber Bourbon, Blue  Mountain, Roter Bourbon, Maragogype, Gelber Catuai, Roter Catuai, Ruby Catuai, Catuai Amarillo, Mundo Novo, Caturra, SL-6, SL-14, SL-28, SL-34, K-7, Kieperson, Sumatra, Bergendal, Agaaro, Sidikalang, Kent, San Ramön, San Bernardo, Villalobos, Villa Sarchi, Geisha, Pacas, Catucai, Catucai 785, Yellow Catucai, Icatü, Obatán, Bourbón, Pacamara, lapar, Acaia, Colombia, Catimor, Lempira, IHCAFE 90, Tipic, Sarchimor, S795, Ruiru 11, Fache Comun, Laurina eine natürliche halbkoffeinhaltige Arabica Mutante, Heirloom eine Liste aller Varietäten findet ihr in einem älteren Artikel, und mit den ursprünglichen Varietäten, deren Namen und Abstammung zwar niemand mehr kennt, deren Früchte aber immer noch sehr beliebt sind.

–  Coffea canephora mit den Varietäten Robusta, Quillou und Uganda. Eine Kreuzung von Coffea arabica mit Coffea robusta wird seit den 70er Jahren des 20.  Jahrhunderts  angepflanzt. Rohkaffee aus diesen Hybriden wird als Coffea arabusta oder nur als Arabusta bezeichnet. Coffea excelsa und Coffea liberica werden nicht gehandelt.

Standortansprüche von Arabica- und Robusta-Arten

Ich habe schon mehrfach berichtet, dass man Kaffee auch in der Wohnung  selber anbauen kann. Steckt  ein­fach keimfähige Rohkaffeebohnen in nährstoffreiche Blumenerde, wässert  diese und wartet ab. Ob man aus den Kaffeekirschen auch Rohkaffee von der Qualität der Bohnen aus Guatemala, Brasilien oder Kenia gewinnen kann?  Probieren geht über studieren!

Beste Wachstumsbedingungen in der Natur haben die Arabica- und Robusta-Arten zwischen dem  23. nördlichen und dem 25. südlichen Brei­tengrad, also in den tropischen Zonen Mittel- und Südamerikas, in Indien, Indonesien, Papua-Neuguinea.

Anbaugebiete von coffea robusta und arabica
Anbaugebiete von coffea robusta und arabica

Hier gibt es lockeren, tiefen Boden mit hohem Humusanteil, den die Coffea-Pflanzen für ein kräftiges Wachstum brauchen. Auch vulkanische Böden sind hervorragend für den Kaffeeanbau geeignet. Die Coffea ist ein Pfahlwurzler und dringt 1 bis 2,5 m in den Boden ein. Dicht unter der Oberfläche breitet sie ein weitverzweigtes Netz feiner Nährwurzeln aus. Der ideale pH-Wert des Bodens beträgt zwischen 5 und 6. Er sollte also ein leicht saurer Boden sein. Die Nährstoffe Phosphor, Kalium, Kal­zium und Magnesium sowie Spurenelementen und  Stickstoff in mäßiger Menge, sind für das Wachstum der Pflanze sehr wichtig. Gerade der Mix aus diesen Nährstoffen im Boden sorgt später auch für die Qualität des Kaffees.

Kälte mögen die Arabica- und Robusta-Pflanzen überhaupt nicht. Je nach Breitengrad kann in verschiedenen Höhenlagen Frost auftreten: Am Äquator liegt die Grenze oberhalb von 2500 m, in den Tropen schon ab 100 m bis 200 m. Für den Anbau von Kaffee muss man wissen, dass die Arabica-Arten Hochlandgewächse sind und am besten in Höhen über 900 m wachsen, bei einer Durchschnittstemperatur von 18°C bis 22 °C.

Als Qualitätskriterium für Arabica-Pflanzen gilt: Je höher die Lage, in der der Kaffeestrauch wächst, um so langsamer wächst die Kaffeekirsche, desto härter wird der Samen und desto höher wird der Anteil an blauen Boh­nen sein. Diese sind ein Indikator für besonders Gute Bohnen.

Robusta-Pflanzen benötigen wärmere Durchschnittstempera­turen zwischen 24 °C und 26 °C. Sie sind noch kälteempfindlicher als die Arabica-Pflanzen  und werden deshalb häufig im flachen Land angebaut.

Für beide gilt jedoch: Die Temperaturen dürfen während der Vegetationsperiode nicht unter 15°C fallen und nicht über 30 °C steigen.

Kaffeepflanzen sind sehr windempfindlich:

Kaffeebaum als Zimmerpflanze
Kaffeebaum als Zimmerpflanze

Die Zweige sind nicht besonders stark und knicken bei starkem Wind leicht ein. Auch  die Regenmengen sind lebenswichtig. Diese müssen  bei 1500 bis 2000 Liter pro Quadratmeter im Jahr lie­gen. Bei weniger als 1000 Liter ist kein wirtschaftlicher Anbau mehr möglich. Auch die Sonnenlicht ist wichtig: Starke Bestrahlung könne die Pflanzen nur für wenige Stunden am Tag vertragen. Die Kaffeepflanzen benötigen also wohl dosiertes Sonnenlicht.

Aus diesem Grund werden sie entweder auf güns­tig gelegenen Hängen angebaut, oder aber man pflanzt zugleich Schatten­bäume an, sogenannte Mamas: eine Methode, die man auch beim Tee- und Kakao-Anbau kennt. Mamas sind hohe Bäume mit einer breiten Krone. In Kenia nutzt man Bananenstauden als Mamas. Langjährige Mamas werden aus der Pflanzenfamilie der Ingas und Zypres­sen gewählt. Sie werden zwischen die Kaffeepflanzen gesetzt und schützen diese vor zu starkem Sonnenlicht oder vor Frostschäden, die durch nächt­lichen Raureif verursacht werden können. Diese Anbaumethoden wird leider immer seltener, dass obwohl  die Rohkaffeebohnen unter solchen Schattenbäumen um ein Vielfaches besser werden.Der Grund dafür ist  geringere Ausbeute, und ausser­dem erschweren die Mamas den Einsatz von speziellen Kaffee-Erntemaschinen.

 

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