Männer und Frauen leben immer noch in unterschiedlichen Kommunikationswelten

Neue Studie von Jacobs Krönung untersucht Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit / Junge Männer verlieren Interesse an Gesprächen und Themen / Stereotypen bleiben präsent / Rollenbilder männlicher und weiblicher Chefs überholt

Die Gesprächswelten unserer Jugend klaffen auseinander: Während junge Frauen heute kommunikativ und aufgeschlossen sind, verengt sich das Themenspektrum bei den unter 30-jährigen Männern deutlich und auch ihre Motivation zum Austausch ist geringer.


Bild:(c)Kraft Foods

Nur 21 Prozent der männlichen Befragten im Alter von 16 bis 29 Jahren stufen sich als „sehr kommunikativ“ ein, bei den jungen Frauen sind es mit 47 Prozent mehr als doppelt so viele. Außerdem nimmt bei unter 30-jährigen Männern das Interesse an Politik, Wirtschafts- und Finanzfragen ab. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Typisch Mann, typisch Frau? Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit“, die das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag von Jacobs Krönung durchgeführt hat. Wie die Studie außerdem zeigt, sind besonders in der jungen Generation gängige Geschlechterklischees sehr präsent.

Kommunikativer Graben zwischen Frauen und Männern kleiner als vermutet


Bild:(c)Kraft Foods

„Die Alltagswirklichkeiten von Mann und Frau haben sich zwar zunehmend angenähert, nicht aber das Interessenspektrum“, fasst IfD-Geschäftsführerin Prof. Dr. Renate Köcher das Ergebnis der aktuellen Untersuchung im Rahmen der Studienreihe „Gesprächskultur in Deutschland“ zusammen.65 Prozent der Männer reden gern über Sport, für Frauen sind Neuigkeiten aus dem Freundeskreis mit 75 Prozent das Topthema. Auch auf den folgenden Plätzen tummelt sich alles, was die Klischees von Venus und Mars hergeben: So stehen Gesundheitsfragen und Kinder auf der weiblichen Agenda oben, Autos, Technik und Politik auf der männlichen.


Bild:(c)Kraft Foods

Die Studie zeigt aber auch auf, wo Stereotypen der Wirklichkeit nicht standhalten: Fast die Hälfte der Deutschen glaubt, Männer und Frauen führen die besten Gespräche jeweils unter sich. Fragt man indes nach der persönlichen Erfahrung, so bleibt nur ein Drittel bei dieser Darstellung. Auch die immer noch weit verbreitete Vermutung, Männer könnten sich bei Gesprächen besser durchsetzen, steht im Widerspruch zum persönlichen Erleben: „Dies hängt vom Einzelfall ab“, urteilt die Mehrheit der Befragten. Der kommunikative Graben zwischen Männern und Frauen ist tatsächlich kleiner als vielfach angenommen. Eines zeigt die Studie aber sehr deutlich: Von den gängigen Stereotypen werden wir uns so schnell nicht verabschieden können, in den Köpfen sind diese nämlich noch sehr präsent.

Frauen führen nicht besser, und kaum anders


Bild:(c)Kraft Foods

Interessante Ergebnisse liefert die Studie auch im Hinblick auf Kommunikationsstile von Männern und Frauen in Führungspositionen. Während die Mehrheit der Deutschen davon überzeugt ist, Männer führen „anders“ als Frauen, zeigen sich im Widerspruch hierzu keine signifikanten Unterschiede, wenn man die persönlichen Erfahrungen der Berufstätigen untersucht. Werden überhaupt Unterschiede ausgemacht, so punkten Frauen als Vorgesetzte vor allem mit Empathie: Sie gelten als verständnisvoll, haben ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter und sparen nicht mit Lob und Anerkennung. Männlichen Chefs wird vergleichsweise häufiger attestiert, Kritik sachlich und nicht persönlich zu äußern, sehr bestimmt aufzutreten und keinen Widerspruch zu dulden. Insgesamt halten sich die positiven und negativen Nennungen zu den Besonderheiten der Kommunikationsstile in etwa die Waage. Annähernd 60 Prozent der Befragten ist es deshalb heute egal, ob ihr Vorgesetzter Mann oder Frau ist, hierbei sind sich männliche wie weibliche Berufstätige völlig einig.

Studienreihe „Gesprächskultur in Deutschland“:

Die Studienreihe „Gesprächskultur in Deutschland“ wurde 2009 von Jacobs Krönung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach und Bild der Frau initiiert. Der jetzt veröffentlichte dritte Band „Typisch Frau, typisch Mann? Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit“ basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 1.852 Personen ab 16 Jahren im November und Dezember 2010. Die Studienreihe ist Teil der „Initiative für das gute Gespräch“, die Jacobs Krönung im Frühjahr 2008 ins Leben gerufen hat. Mehr zur Studienreihe gibt es unter http://www.gesprächskultur-in-deutschland.de.

Kategorie Jacobs Krönung, Wissenschaft & Tricks.